Feuchtwiesen im Zellertal bei Arnbruck

Größe: 1,8 Hektar (davon 1 Hektar LBV-Eigentum, Rest zur Nutzung überlassen)

Gemeinde: Arnbruck

Erwerb: 2000 und 2009

Bestand: Feuchtgebietskomplex mit Nasswiesen, Flachmoor, Landröhricht und extensivem Feuchtgrünland am Röhrlbach; kleines Flachmoor mit Wollgras, Sumpf-Läusekraut, Torfmoosen und Fieberklee; ehemaliges Wiesenbrütergebiet mit Braunkehlchen, Wiesenpieper und Kiebitz; zahlreiches Vorkommen von Grünwidderchen.

Entwicklungsziel: Erhalt des offenen Charakters, weiteres Vordringen des Schilfs verhindern.

Maßnahmen: Spätsommermahd mit Spezialmaschine, Entfernung des Mähgutes, Belassen von Altgrasstreifen

Beschreibung des Gebietes

Ein Blick über die LBV-Flächen des Zellertals
Ein Blick über die LBV-Flächen des Zellertals

Das Zellertal liegt als langgezogene Niederung zwischen dem Gebirgszug des Arbermassivs im Nordosten und dem Kronberg-Kamm im Südwesten und erstreckt sich auf einer Länge von ca. 15 km zwischen Kötzting und Bodenmais.  

Ca. 1,5 km südwestlich von Arnbruck liegt im Zellertal ein noch relativ großes Feuchtgebiet. Es umfasst den noch natürlich mäandrierenden Lauf des Röhrlbaches mit seinen angrenzenden Nasswiesenbereichen.  

Die Flächen wurden sowohl in der Biotopkartierung als "zusammenhängender, großflächiger Streuwiesenkomplex" erfaßt, als auch im Arten- und Biotopschutzprogramm des Landkreises Regen als "Lebensraum von überregionaler Bedeutung" dargestellt. Das Gebiet zeichnet sich durch eine hohe Strukturvielfalt aus, die in dieser Form heutzutage selten geworden ist.

Maßnahmen des LBV

Bei den alljährlichen Pflegearbeiten sind HelferInnen willkommen
Bei den alljährlichen Pflegearbeiten sind HelferInnen willkommen

Um diese Vielfalt zu erhalten, hat der Landesbund für Vogelschutz unter Koordinierung der Kreisgruppe Regen erstmals 1992 mehrere Grundstücke angepachtet. 1994 wurden diese durch zusätzliche Flächen noch erweitert. Die Verhandlungen mit den jeweiligen Grundstücksbesitzern führten engagierte LBV-Mitglieder aus Arnbruck durch.  

In den Jahren 1993 und 1994 wurden auch erste Pflegemaßnahmen auf diesen Flächen durchgeführt.  

Zielsetzung

Sumpfblutauge (Potentilla palustris)
Sumpfblutauge (Potentilla palustris)

Durch die alljährlichen Pflegemaßnahmen soll auf den großteils brachliegenden Pachtflächen wieder eine geregelte extensive Nutzung aufgenommen werden, um die Tier- und Pflanzenwelt der heute landwirtschaftlich unrentablen Naß- und Streuwiesen zu fördern bzw. eine Wiederansiedlung zu ermöglichen Dadurch kann auch der typische Charakter des offenen Wiesentales erhalten werden, der durch die zunehmende Verbuschung der Brachflächen allmählich verloren gehen würde. Dieser Aspekt der Erhaltung des typischen Landschaftsbildes spielt auch für den Fremdenverkehr eine nicht zu unterschätzende Rolle.  

Die Kreisgruppe Regen des LBV beabsichtigt langfristig die Pflegeflächen in diesem Gebiet noch auszudehnen und die laut Pflege- und Entwicklungsplan besonders vordringlichen Maßnahmen durchzuführen.  

Dabei sollen auch die Landwirte als Eigentümer der angrenzenden Grundstücke miteinbezogen werden und auf freiwilliger Basis in gemeinsamen Gesprächen über Naturschutz- bzw. Landwirtschaftsprogramme eine Extensivierung der Nutzung erreicht werden. Bei einem ersten Beratungsdurchgang 1996 war die Resonanz zwar nicht sehr groß; erfahrungsgemäß stellen sich hier Erfolge aber erst langfristig ein und so ist es wichtig, hier trotzdem am Ball zu bleiben. So werden seit 1999 Beratungsgespräche in diesem Gebiet im Rahmen der Landschaftsplanumsetzung durch die Gemeinde Arnbruck angeboten. 

Unter Mithilfe des Maschinenringes Oberer Bay. Wald (Viechtach) und eines ortsansässigen Landwirts wurden von den Mitgliedern der Kreisgruppe jeweils ca. 2 Hektar durch Handmahd mit Entfernung des Mähgutes gepflegt. 1994 wurde außerdem durch die Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein und die niederbayerische Bezirksgeschäftsstelle ein Pflege- und Entwicklungsplan für das ca. 100 Hektar umfassende Gesamtgebiet erstellt. Dabei konnten bei den Pflanzen 5 (z.B. Fieberklee, Moosbeere, Zungen-Hahnenfuß) und bei den Vögeln 7 Rote-Liste-Arten (z.B. Braunkehlchen, Bekassine, Neuntöter) festgestellt werden; in aktuellen Kartierungen konnte auch die Anwesenheit des vom Aussterben bedrohten Wachtelkönigs nachgewiesen werden. Dies belegt nochmals den hohen ökologischen Wert dieses Gebietes.  

Den 1994 erstmals vergebenen Umweltpreis des Landkreises Regen in Höhe von 1.000,-DM konnte der LBV für dieses Projekt als erster Preisträger entgegennehmen.  

 Mittlerweile wurden durch den LBV 4,65 Hektar langfristig angepachtet. Eine ca. 0,7 Hektar große Teilfläche davon konnte 2000 sogar angekauft werden. Inzwischen wird die Pflege der Flächen durch das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm finanziert und von einem Landwirt durchgeführt. Aufgrund der Nässe der Flächen fällt jedoch auch immer Handarbeit an, die von den LBV-Mitgliedern erledigt wird.   

Die anfallenden Kosten für Pacht, Ankauf, Kontrolle der angelegten Dauerbeobachtungsflächen, Pflegemaßnahmen und die Erstellung des Pflege,- und Entwicklungsplanes konnten bisher mit 80 % (bzw. 60 % für Grunderwerb) durch die Naturpark-Förderung des Bayer. Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen (StMLU) bezuschusst werden.