Meisenkästen für die Schule Bodenmais

Forstamt Bodenmais schenkt Grundschülern Bausätze für ein Stückchen Artenvielfat im Garten

Der Direktor der Schule Richard Lang, Paul Hilgart mit drei Forstlehrlingen, Forstdirektor Jürgen Völkl und Ruth Waas vom LBV
Der Direktor der Schule Richard Lang, Paul Hilgart mit drei Forstlehrlingen, Forstdirektor Jürgen Völkl und Ruth Waas vom LBV

„Alle Kinder der Grundschule bitte in den Pausenhof! – Der Osterhase war da!““ ließ sich Schulleiter Richard Lang von der Grund- und Mittelschule Bodenmais über Lautsprecher vernehmen – und alle bzw. alle, die im aktuellen Wechselunterricht da waren, folgten dem Aufruf.

Allerdings machte sich dann Erstaunen breit, als im Hof kein Osterhase und keine Eier zu sehen waren, sondern „nur“ Ruth Waas vom Landesbund für Vogelschutz in Begleitung von Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl und Forstwirtschaftsmeister Paul Hilgart mit seiner Lehrlingstruppe vom Forstbetrieb. Und die hatten jede Menge Bretter dabei, allerdings in Form von Bausätzen für Meisenkästen.

Hintergrund des Ganzen: „Wenn schon voraussichtlich keine Waldjugendspiele sein werden“, so Jürgen Völkl, „dann haben wir uns gedacht, die Lehrlingswerkstatt baut für unsere Schule Bausätze für Meisenkästen, und die bringen wir dann als Oster-Überraschung vorbei!“ Gesagt, getan – Ruth Waas vom Landesbund für Vogelschutz war natürlich auch gerne mit von der Partie; sie erzählte den Kindern einiges über die Kohlmeise, die Blaumeise und diverse andere Gartenvögel – sozusagen den ökologischen Hintergrund für die Meisenkasten-Aktion.

Jedes Kind konnte sich dann einen Bausatz mitnehmen, die Lehrer*innen nahmen auch für den „Wechsel“-Teil der jeweiligen Klasse die entsprechenden Exemplare mit, und somit haben alle eine Ferienbeschäftigung – sehr zur Freude von Schulleiter Richard Lang und dem ganzen Schulteam.

„Leider haben wir am Forstbetrieb nicht die Kapazität, um alle Schulen mit Bausätzen zu versorgen, meinte Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl zum Abschluss, „aber wir, nämlich Frau Waas (ruth.waas@lbv.de), die Schulleitung (schulleitung@vsbodenmais.com) und der Forstbetrieb (info-bodenmais@baysf.de) können allen Interessierten den Bauplan zur Verfügung stellen – einfach eine Mail scheiben und der Plan kommt umgehend. Frohe Ostern!“

Vogel des Jahres 2021: Das Rotkehlchen hat gewonnen!

Foto: Ralf Sturm
Foto: Ralf Sturm

Der erste öffentlich gewählte Vogel des Jahres ist das Rotkehlchen. Es hat mit 59.338 Stimmen vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel gemacht. An der von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU organisierten Wahl haben seit dem 18. Januar über 326.600 Menschen teilgenommen. In der Vorwahl hatten knapp 130.000 Menschen die zehn Vögel für die Hauptwahl bestimmt.

 

Da das Interesse an der heimischen Vogelwelt so groß ist, soll auch in Zukunft den Vogel des Jahres öffentlich gewählt werden. Ein Fachgremium aus LBV und NABU wird jedes Jahr fünf Kandidaten aufstellen, aus denen der Vogel des Jahres öffentlich gewählt wird. Die erste Wahl nach diesem neuen Modus wird bereits in diesem Jahr von Oktober bis Mitte November stattfinden. 

Vorläufiges amtliches Endergebnis der Wahl:

1.      Rotkehlchen (17,4 Prozent, 59.338 Stimmen)

2.      Rauchschwalbe (15,3 Prozent, 52.410 Stimmen)

3.      Kiebitz (12,6 Prozent, 43,227 Stimmen)

4.      Feldlerche (11,9 Prozent, 40.523 Stimmen)

5.      Stadttaube (9,2 Prozent, 31.453 Stimmen)

6.      Haussperling (8,2 Prozent, 28.137 Stimmen)

7.      Goldregenpfeifer (6,7 Prozent, 23.054 Stimmen)

8.      Blaumeise (6,7 Prozent, 22.908 Stimmen)

9.      Eisvogel (6,6 Prozent, 22.711 Stimmen)

      10.  Amsel (5,3 Prozent, 17.988 Stimmen)

Ein paar Infos zu unserem Sieger - Rotkehlchen wer bist du?

Das Rotkehlchen ist praktisch überall zu finden: In Wäldern, Feldern und Wiesen mit Hecken, vor allem aber auch in den Gärten. Besonders im Winter sind die Tiere auch gerne an Futterstellen, wo sie weichere Futterteile wie Haferflocken oder herabgefallene Krümel von Fettblöcken suchen. Diese Tiere sind aber nur zu einem geringen Teil unsere einheimischen Brutvögel, sondern Wintergäste aus Nordeuropa, während unsere brütenden Vögel im Winter teilweise in wärmere Gebiete abwandern.

Der ansonsten unscheinbare, grau-braune Vogel aus der Familie der Drosseln hat eine auffällig orange-rote Färbung von Gesicht, Kehle und Brust, was ihm auch seinen Namen gab. Die flüggen Jungvögel haben aber eine gefleckte Vorderseite ohne die markante Färbung. Die dunklen Augen und der relativ große Kopf erzeugen ein „süßes“ Aussehen, so dass diese Art allseits beliebt ist. Man kann die Tiere im Garten oft beobachten, wenn sie in niedriger Vegetation oder am Boden nach Nahrung suchen und sich dabei hüpfend fortbewegen. Da von den einzelgängerischen Tieren auch im Winter Reviere beansprucht und verteidigt werden (jeweils von einem Männchen oder Weibchen!), kann man stets nur ein Exemplar im Garten beobachten. Während der Brutzeit wird ein Revier von einem Paar besetzt. Rotkehlchen sind eine der wenigen Vogelarten, deren Gesang auch im Winter zu hören ist, im Frühjahr jedoch verstärkt. Beide Geschlechter singen. Der vielfältige Gesang ist am Morgen einer der ersten, der im Vogelkonzert erkling (oft weit mehr als eine Stunde vor Sonnenaufgang), und am Abend auch noch bei fortgeschrittener Dämmerung zu hören. Gelegentlich erklingt er auch in der Nacht (in der Nähe von Straßenlaternen oder bei Vollmond). Neben dem Gesang ist auch das „Schnicken“ beim Aufsuchen des Schlafplatzes zu hören, ein kurzer, prägnanter Ton aus der Dunkelheit.

Das Nest ist stets in Bodennähe, oder sogar am Boden, wobei vielfältige Nistmöglichkeiten ausgesucht werden, wie Mauernischen, Holzstöße, tiefhängende Nistkästen etc. Normalerweise brüten die Tiere zweimal hintereinander ab April, wobei von Brut zu Brut Partnerwechsel durchaus vorkommen. 4-6 Eier pro Brut werden ca. 2 Wochen bebrütet, dann schlüpfen die Jungen, die nach wiederum 2 Wochen das Nest verlassen. Rotkehlchen sind von Westeuropa bis Sibirien verbreitet. Sogar auf den Kanaren kommt die Art vor.

Aufgrund der Höhenlage und des raueren Klimas sind Rotkehlchen im Winter im Landkreis Regen weniger oft zu beobachten als im Durchschnitt von Bayern. Jetzt im Frühling tauchen sie jedoch wieder vermehrt auf. Der Bayerwald scheint für Rotkehlchen also ein gutes Brutgebiet zu sein, im Winter wird er von ihnen eher gemieden.

 

1992 war das Rotkehlchen bereits einmal Vogel des Jahres. Die Bestandsentwicklung weist ausgeprägte Schwankungen in der Folge von Kältewintern auf, wobei die Verluste sehr schnell wieder ausgeglichen werden. Die Bestandszahlen sind daher überwiegend stabil.

Erlenzeisig im Landkreis Regen auf Platz 1

188 Teilnehmer in 157 Gärten haben im Landkreis Regen die Wintervögel gezählt und gemeldet. Dabei steht der Erlenzeisig mit über 1000 gezählten Tieren auf Platz 1! Ähnlich hohe Zahlen wurden in Bayern nur im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gesichtet.

 

In Bayern haben sich über 38.000 Bürgerinnen und Bürger diesen Winter eine kleine Auszeit für die Natur genommen und eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten gezählt. Die Online-Meldung ist jetzt abgeschlossen. Auf den vorderen Plätzen in Bayern sind Haus- und Feldsperling, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise, Buchfink, Erlenzeisig, Grünfink, Elster und Rotkehlchen gelandet.

Die ganze Ergebnistabelle finden sie hier.

 

Lust auf mehr? Wer die Vögel in seinem Garten endlich mal genauer unter die Lupe nehmen will, findet hier Steckbriefe und Stimmen der 25 häufigsten Gartenvögel und ein tolles Poster zum downloaden.